Alternative Fitnessprogramme für Sportmuffel

Ernährung & Fitness

Die Hose spannt sich über Bauch und Po. Die Knie knacken beim Aufstehen von der Couch und spätestens nach zwei Stockwerken per Treppe ist eine Verschnaufpause nötig. Unzähligen Österreichern geht es so – und viele davon beschließen, auf klassisch-sportlichem Weg ihren Problemzonen an den Kragen zu gehen. Genauer gesagt treibt rund die Hälfte irgendeinen Sport. Doch es bleibt auch eine große Zahl, die sich für Spinning, Joggen oder Schwimmen einfach nicht erwärmen kann, die Geschmäcker sind eben verschieden. Da vom Nichtstun aber auch keine Pfunde schmelzen, im Folgenden deshalb einige alternative Sportarten, die ebenfalls wirksam sind, aber auch hartnäckige Sportmuffel ansprechen.

Sommerbiathlon

Durch die Berge sind Österreicher ja eigentlich eine ausgesprochene Wintersportnation, inklusive „normalem“ Biathlon. Aber dieser Sport ist auch ziemlich aufwendig, man braucht eine passende Piste, Skiausrüstung, ein teures Match-Kleinkalibergewehr und dann darf man mit den Gewehren auch nur auf dafür eingerichteten Ständen schießen. Alles keine guten Voraussetzungen, um Biathlon als lockeres Feierabendevent zur Fettverbrennung zu betreiben.

Dabei gibt es eine sehr viel einfachere Möglichkeit, nämlich den privat organisierten Sommerbiathlon. Hier werden vor allem Haus- und Grundstücksbesitzer bevorteilt, denn mit einem normalen Luftgewehr (im Gegensatz zum Biathlon-Kleinkalibergewehr) darf man in Österreich auf seinem eigenen Grund und Boden schießen. Man benötigt lediglich einige wenige Ausrüstungsstücke:

• Ein Paar Inlineskates
• Ein günstiges Einsteiger-Luftgewehr (ca. 100-150€)
• Klappziele (Alternativ leere Getränkedosen)

Dazu noch einen Kugelfang, den man sich notfalls aus dickem Holz und etwas Blech selbst bauen kann und eine Freifläche von etwa zehn Metern auf dem Grundstück. Los geht’s, indem man von zuhause aus auf eine kurze Strecke mit den Skates startet (2-3 km) dann wieder nachhause zum Schießen. Als nächstes eine größere Strecke (5-6 km) und wieder schießen. Damit kann man selbst nach Feierabend noch bequem einen Biathlon absolvieren, ohne das verkomplizierende Drumherum des „echten“ Biathlons mit seinen scharfen Waffen.

Hundesport

Wer es nicht so mit Bewegung hat, für den kann der Hund ein mächtiger Motivator sein. Denn der „muss“ täglich raus, ob man will oder nicht. Sportlich ist Gassi gehen zwar nur dann, wenn die täglichen Distanzen eher einer handfesten Wanderung entsprechen. Aber es gibt auch noch eine Handvoll dedizierte Hundesportarten, bei denen nicht nur das Tier auf Trab gehalten wird, sondern auch sein Besitzer:

• Agility ist das Laufen über den klassischen Hindernisparcours, bei dem Herrchen immer mitlaufen muss.
• Dogdance ist eine Art Tanz mit Hunden, der aber mit Übungen wie Reifenspringen und diversen Kommandos verbunden wird – sehr gut für Anfänger geeignet.

Eine weitere, in unseren Breiten eher neue Sportart, ist das sogenannte Canicross. Das ist mehr als ein klassischer Querfeldeinlauf, denn Hund und Herr sind über eine flexible Leine miteinander verbunden. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Hund zieht, sondern bedingt auch das genaue Abstimmen aufeinander, sodass das Tier eben nicht dauernd auf den naturgemäß langsameren Menschen warten muss. Eine Variante für weniger Laufbegeisterte ist das Bikejöring, bei der das Herrchen auf einem Fahrrad oder Roller die Route absolviert.

„Dieses Rückbesinnen auf die ursprüngliche Ernährung spiegelt sich auch im Trend zum ‚Clean Eating‘ wider“, so Hiller-Baumgartner.

Auch was das in Verruf geratene Gluten betrifft empfiehlt Hiller-Baumgartner die Abkehr von starker Verarbeitung. Man sollte Getreide in Bio-Qualität bzw. auch diverse Urkornsorten wie Einkorn, Kamut und Emmer bevorzugen, „weil dieses durch Menschenhand noch nicht so stark verändert wurde, als konventionell angebautes Getreide“. Grundsätzlich seien Getreideprodukte und damit auch Gluten aber für all jene, die nicht an Zöliakie leiden oder glutensensitiv sind, in einem normalen Maß unbedenklich.

Kickbiken

Hinter diesem neudeutschen Begriff verbirgt sich etwas, das ältere Österreicher wahrscheinlich bereits in der Kindheit praktizierten, nämlich Tretrollerrennen. Allerdings teilen sich moderne Kickbikes mit diesen Gefährten nur noch den Gattungsbegriff. Alles andere ist auf geringes Gewicht und Geschwindigkeit optimiert. Da verwundert es nicht, dass ein solcher Tretroller eher wie ein enger Verwandter eines hochgezüchteten Tour de France-Rennrades aussieht – bloß eben ohne Pedale.

Kickbiken ist daher auch, was die Strecken und Spontanität anbelangt, ähnlich flexibel wie Radfahren. Bloß eben auch für Menschen geeignet, deren Beingelenke das drehende Auf und Ab der Pedale nicht mehr so gut mitmachen können. Natürlich gibt es auch einen Dachverband, den TTVÖ. Und der sorgt unter anderem dafür, dass das alljährliche Inliner-Treiben auf dem Salzburgring auch den Kickbikern offensteht.

Daneben gibt es auch noch eine ganze Reihe Disziplinen, die vielen verschiedenen Geschmäckern zupass kommen:

• Klassisches Distanzfahren
• Cross-Country bzw. Downhill Fahren
• Kickbike Dragracing – so schnell wie möglich eine bestimmte Kurzdistanz absolvieren

Fans dieser Disziplinen bestätigen immer wieder den extrem hohen Spaßfaktor, der jenseits der meist wesentlich technischeren Radsportdisziplinen liegt und deshalb für Einsteiger etwas günstiger ist – man braucht nur Kickbike, Helm und Turnschuhe, statt Klickpedalen, entsprechenden Schuhen mit Bindung und dedizierter Fahrradbekleidung.

Crossgolf

Golf ist an sich keine wirklich „sportliche Sportart“. Die körperliche Fitness steht dabei weit im Hintergrund und ohne einen aufwändig präparierten Platz geht gar nichts. All das waren die Gründe, warum im Laufe der 2000er nahezu zeitgleich auf mehreren Kontinenten die älteste Form des Golfens wiederentdeckt wurde – das ja mehr oder weniger ein unreglementierter Zeitvertreib schottischer Schäfer und holländischer Edelleute war.

Crossgolf braucht nur Platz – und eine im Gegensatz zum normalen Schlägersatz scharf reduzierte Ausrüstung, die sich in der Praxis auf ein 7er Eisen und einen Sack sogenannter Lakeballs (Golfbälle, die in Clubs aus Wasserhindernissen gefischt und stark verbilligt verkauft werden) beschränkt.
Und dann sucht man sich ein Ziel, das kann ein Astloch im Baum sein, oder ein Mülleimer. Und weil Crossgolf so flexibel ist, kann man es praktisch überall ausüben. Der Kalorienverbrauch hängt vor allem davon ab, wo man spielt und in welchem Tempo. Dafür erfolgt die Anstrengung aber auch so nebenbei, sodass gar nicht registriert wird, dass man Sport treibt.

Bouldern

Bergsteigen und Klettern sind teure Sportarten. Man benötigt Seile, Haken, und Unmengen an weiterer Ausrüstung. Bouldern benötigt hingegen nur eine mehr als mannshohe Wand – ein paar Kletterschuhe und eine Matte.

Hinter dem englischen Begriff verbirgt sich eine einfache aber nicht minder anstrengende und spaßige Variante klassischen Sportkletterns. Der Sinn dahinter ist, dass die „Wand“ mit wenigen Zügen zu bezwingen ist – und die Maximalhöhe so bleibt, dass man abspringen kann, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Das macht die Sache nicht nur einsteigerfreundlicher, sondern vor allem auch zeitlich sehr viel weniger aufwändig. Viele Kletterhallen in Österreich haben eigene Boulderwände. Daneben gibt es zwischen Allgäu und Zillertal einige Naturareale, in denen an „echten“ Wänden gebouldert werden kann.

Dabei sollte man allerdings nicht glauben, dass es sich hierbei um „Bergsteigen light“ handelt. Denn was den Boulderwänden an Distanz und Höhe fehlt, machen sie durch Komplexität wieder wett. Aus diesem Grund nutzen es auch viele Alpinisten, um ihren Körper für die schwierigen Wände zu stählen.

Fazit

Es muss nicht das sportliche „Dreigestirn“ Laufen, Schwimmen, Radfahren sein. Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, kann auch auf eine ganze Bandbreite an weniger bekannten Disziplinen zurückgreifen. Dabei folgt man im besten Sinne der Maxime „es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – so lange es dem Körper gut tut, ist jede Sportart erlaubt. Und da gewinnen die, für die man sich durch ihren Spaß auch motivieren kann.

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Quellen:

Statistik Österreich: Körperliche Aktivität in der Freizeit
Hundesportarten: Agility, Obedience und Co.
Bouldern in Österreich

Linktipps:









Über Kave Atefie

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