Der Schultaschen-Check: Worauf ist beim Kauf zu achten?

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Der Kauf der richtigen Schultasche ist nicht nur für eine gesunde Entwicklung, sondern auch für die Psyche des Kindes wichtig, das gewählte Modell sollte nicht nur ergonomisch perfekt passen und robust sein, sondern auch dem Kind so gut gefallen, dass die Schultasche gerne jeden Tag getragen wird! Das Orthopädische Spital Speising in Wien nutzte den Sommer für einen Schultaschentest. Der Hersteller Schneiders Vienna hat seine Modelle für die Analyse zur Verfügung gestellt.

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs steht in vielen Familien der Kauf einer neuen Schultasche an. Doch: worauf sollte man beim Kauf, abgesehen von trendigen Mustern und Farben, und vor allem beim Tragen der Schultaschen achten?

Expertinnen des Orthopädischen Spitals Speising haben während der Sommermonate Kinder beim Tragen von gefüllten Schultaschen auf einem Laufband klinisch beobachtet und Erkenntnisse anhand einer Videoanalyse gewonnen.

Die wichtigsten Ergebnisse fasst die Kinderorthopädin Oberärztin Dr. Karin Riedl so zusammen: „Die perfekte Schultasche, die für alle Kinder passt, gibt es nicht. Entscheidend sind vielmehr die richtige Einstellung und das richtige Tragen der Taschen“.

Ganz wichtig aber: auf jeden Fall sollten Sie das angehende Schulkind zum Kauf mitnehmen und die Schultaschen mit und ohne Jacke anprobieren lassen, um gleich zu sehen, ob sich die Riemen gut verstellen lassen.

Sinnvolle Höhenverstellung

Richtige Einstellung – dazu gehört, dass Eltern regelmäßig den Sitz der Tasche am Rücken des Kindes kontrollieren: Die Schultasche muss möglichst nahe am Rücken anliegen, und die Unterkante der Tasche soll sich in der Höhe der Hüfte befinden. „Der Tornister darf also nicht bis über das Gesäß reichen“, sagt Orthopädin Riedl. Von Vorteil sind daher jene Schultaschen, bei denen der Rückenteil höhenverstellbar ist. Denn, das Kind wächst ja – und damit ist eine Verlängerung der Tasche im Laufe der Volksschuljahre sinnvoll.

Richtig Tragen: Leicht und „beidschultrig“

Zum richtigen Tragen zählt jedenfalls das beidseitige Schultern. „Sie an einer Schulter hängen zu lassen, ist zwar vielleicht cool, aber ungesund.“ Und: das Gewicht der gefüllten Tasche darf nicht zu hoch sein. Empfohlen ist ein Anteil (Eigengewicht der Tasche plus Schulsachen) von rund 17 Prozent des Körpergewichts; schwerere Lasten sind zwar keineswegs empfohlen, jedoch wäre auch – sollte es mal wirklich nötig sein – eine Last von bis zu 30 Prozent des Körpergewichts bei einem 10-minütigen Schulweg medizinisch unbedenklich, resümiert die Kinderorthopädin.

Ideal: Quergurte und breite Schulterriemen

Welche Eigenschaften sollen Schultaschen generell haben? Die Expertinnen, die die klinische Beobachtung durchführten – neben Dr. Riedl sind dies die Ergotherapeutinnen Doris Taurok, MSc und Mag. Stefanie Haider, BSc – plädieren für Quergurte an der Tasche. Die zwei Schulterriemen sollen also durch einen Brustgurt und einen Hüftgurt miteinander verbindbar sein. Beim Tragen der Ranzen sind diese Gurte immer zu schließen, betonen die Forscherinnen. So verteilt sich die Gewichtslast optimal.

Werden die Kinder größer, sollte regelmäßig überprüft werden, ob der Hüftgurt immer noch am Becken aufliegt und Gewicht der Tasche übernimmt. Sitzt der Gurt nämlich zu hoch, verliert er seine Funktion, und der Bauch des Kindes wird unangenehm eingeschnürt.

Zum Schulterriemen: Diese sollen eine Breite von vier Zentimeter aufweisen, damit die punktuelle Last nicht allzu groß wird. Aber Achtung, zu breite Träger können wiederum, besonders bei vollen Schultaschen, auf die Nackenmuskulatur drücken und Verspannungen oder Kopfschmerzen auslösen.

„Geht“ die Schultasche mit?

Bei der klinischen Anwendungsbeobachtung mit Videoanalyse am Laufband konnten die Autorinnen feststellen, dass manche Schultaschenmodelle beim Gehen mit den Rotationsbewegungen des Rumpfes „mitgehen“, andere weniger. „Ideal ist jedenfalls, wenn sich die Tasche an die Gehbewegungen gut anpasst und die Beweglichkeit nicht einschränkt“, so die Forscherinnen.

Der Schultaschenanbieter SCHNEIDERS Vienna hatte dem Orthopädischen Spital Speising unterschiedliche Taschenmodelle zur Analyse überlassen. Die Autorinnen Riedl, Taurok und Haider konnten feststellen, dass die Schneiders-Modelle Toolbag Plus und Toolbag Soft allen genannten Kriterien gut entsprechen: Sie verfügen über die gebotene „Anatomie“ (breite Schulterriemen, Quergurten, verstellbarer Rückenteil) und machen die Bewegungen des Kindes beim Gehen gut mit.

Ganz wichtig ist jedenfalls immer die richtige Einstellung der Tasche durch die Eltern. Übrigens, auch für das richtige Packen gibt es einen medizinischen Tipp: Schwere Lasten immer möglichst rückennah einordnen! Einige Schultaschenmodelle, auch die erwähnten Schneiders-Taschen, haben hierfür eigene Fächer.

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Quelle:

Orthopädisches Spital Speising GmbH
Schultaschen-Test 2017 Arbeiterkammer OÖ

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