Emulgatoren in Naturkosmetik

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Emulgatoren sind jene Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Wasser und Öl zu einem fein verteilten Gemisch, der sogenannten Emulsion, zu verbinden und zu stabilisieren. Auch Naturkosmetik kommt zumeist nicht ohne Emulgatoren aus, denn zur Herstellung von Cremes und Lotionen sind Emulgatoren notwendig, um die wässrige und die Fettphase dauerhaft zu verbinden.

Während die konventionelle Kosmetik vor allem auf sogenannte Polyethylenglycole als Emulgatoren setzt, so basieren die klassischen Naturkosmetik-Emulgatoren auf Fettsäuren aus Pflanzenölen, die mit Zucker verestert werden. Industrielle Emulgatoren sind zwar wesentlich preisgünstiger und auch einfach in der Verarbeitung, sie stehen allerdings im Verdacht, die Haut durchlässiger für Schadstoffe zu machen.

Von Emulgatoren auf Kokos-, Oliven- oder Palmkernölbasis liegen bis dato keine derartigen Verdachtsmomente vor. Dass die Naturkosmetik inzwischen auch Sprüh- und Schaumemulsionen anbieten kann, verdankt sie dem größeren Angebot naturbasierter Emulgatoren. Dazu zählen auch Polyglycerin-Emulgatoren, etwa aus Ricinolsäure und Glycerin aus Rizinusöl.

Zahlreiche Hilfsstoffe auf Naturbasis

Emulgatoren sind bei der Produktion von Kosmetikprodukten von enormer Bedeutung, denn durch sie werden Hautfreundlichkeit und Pflegeeigenschaften maßgeblich mitbestimmt. Ein besonderer Gewinn sind sogenannte multifunktionale Emulgatoren, die vor allem in Cremes und Shampoos zum Einsatz kommen. Jeder einzelne dieser Emulgatoren verfügt über ein ganz spezifisches Leistungsprofil, daher sind Zusammensetzungen penibel aufeinander abgestimmt. Würde nämlich ein Emulgator gegen einen anderen ausgetauscht, so würde sich das Produkt und seine Pflegekomponente völlig verändern.

Während auch in der Naturkosmetik Emulgatoren lange Zeit auf dem nunmehr umstrittenen Palmöl basierten, wird nun oftmals pflanzliches Lecithin verwendet. Vermehrt kommen auch aus Kokosfett gewonnene Glycerin-Fettsäure-Verbindungen (z.B. Glyceryl Stearat, Glyceryl Laurate) zum Einsatz. Oder die Hersteller setzen nur noch Palmöl-Emulgatoren aus garantiertem biologischen Anbau ein.

Palmöl ist übrigens nicht wegen seiner Inhaltsstoffe in die Kritik geraten, sondern wegen des höchst problematischen Anbaus der Ölpalmen, aus deren Früchte das Palmöl gewonnen wird. Ölpalmen wachsen nämlich überall dort gut, wo tropisches Klima herrscht. Aber das ist das Problem: Wo nämlich tropisches Klima herrscht, wachsen nicht nur Ölpalmen, sondern auch Regenwald. Und der muss weichen, um Platz für die Plantagen zu schaffen, auf denen die Ölpalmen wachen sollen. Die Gewinnung von Palmöl steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zerstörung des Regenwaldes.

Da Palmöl in sehr vielen Produkten unter wechselndem Namen versteckt ist, ist es für Konsumenten schwierig erkennen. In Seifen befindet sich beispielsweise Palmöl, wenn folgende Inhaltsstoffe gelistet sind: Sodium Palm Kernelate, Sodium Palmate, Palmic Acid. In anderen Kosmetika wird Palmöl auch als „Coconut Butter Substitute/Equivalent“ angeführt.

Hinweis: Die Bezeichnung „Naturkosmetik“ ist rechtlich nicht geschützt, weshalb es nicht leicht ist, diese von natur-„naher“ konventioneller Kosmetik zu unterscheiden.

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