Klaustrophobie bei MRT-Untersuchungen

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Klaustrophobie hält 15 Prozent der Patienten davon ab, sich trotz starker Schmerzen mittels der Magnetresonanztomografie untersuchen zu lassen. Dies hat für Ärzte, Therapeuten und Krankenkassen kostenintensive Folgen – am schlimmsten betroffen ist jedoch der Patient selbst: Statt sich einer Diagnose zu stellen, leidet er oftmals monatelang unter starken Schmerzen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Angstpatienten die MRT-Untersuchung akzeptieren, wenn Fachpersonal sie vor und während des Termins persönlich intensiv begleitet und berät.

Darüber hinaus fördert die vollständig offene Bauweise des innovativen Upright-MRT-Geräts den Angstabbau des Betroffenen signifikant.

Mehr als ein Drittel brechen Untersuchung in konventioneller MRT-Röhre ab

Zwölf bis 13 Millionen Deutsche leiden unter wiederkehrenden oder chronischen Schmerzen.(1) 15 Prozent aller Schmerzpatienten der aktuellen Umfrage, die im Rahmen einer Diplomarbeit an der Akademie für Lehrkräfte im Gesundheitswesen (ALG) in Karlsruhe durchgeführt wurde (2), geben eine Ursprungs-Klaustrophobie als Grund für die Verweigerung einer konventionellen MRT-Untersuchung an. Die Betroffenen leiden jedoch häufig unter unerklärlichen Schmerzen, deren Ursachen durch herkömmliche Methoden wie etwa Röntgen nicht geklärt werden können.

Hilfreich ist hier die Upright-MRT, denn nur die detaillierte Diagnostik der komfortablen Upright-MRT ermöglicht es Ärzten, eine schmerzlindernde Behandlungstherapie für die Patienten zu erstellen. Durch seine vollständig offene Bauweise erlaubt das Gerät eine Untersuchung der Wirbelsäule in verschiedenen Sitzpositionen, zum Beispiel in Vor- und Rückbeuge. Je nach Beschwerdebild des Patienten wird er auch unter normaler Gewichtsbelastung im Stehen untersucht.

In den Arztpraxen betreuen die behandelnden Radiologen und das medizinische Fachpersonal Patienten mit Klaustrophobie bereits beim ersten telefonischen Kontakt intensiv. Durch die persönliche Begleitung fühlt sich der Angstpatient sicherer, zudem kann er aus dem vollständig offenen Upright-MRT Gerät herausblicken. Die in den spezialisierten Praxen tätigen MTRAs werden sowohl psychologisch als auch für den speziellen Umgang mit dem Upright-MRT geschult.

Der vorbelastete Patient führt sowohl mit dem Radiologen als auch mit den Mitarbeitern ein Vorgespräch hinsichtlich seiner Beschwerden und Ängste. Zudem wird der Patient mit Zeit und Ruhe an das Upright-MRT Gerät herangeführt, das er sich bei einem Vorabbesuch auch erst einmal anschauen kann. Zusätzlich ist es ihm möglich eine Begleitperson mitzubringen, die sich mit ihm während der Anwendung im gleichen Raum aufhalten kann. Alternativ kann der Patient das aktuelle Fernsehprogramm verfolgen. Da dies oftmals als Ablenkung ausreicht und das Gefühl des Eingesperrtseins als Auslöser von Panikattacken entfällt, sind sedierende Medikamente oder Narkotika überflüssig.

Das vollständig offen gebaute Upright-MRT Gerät wird von Angstpatienten durchweg gut angenommen: In der aktuellen Studie bewerten die Befragten den Aspekt der Betreuung auf einer Skala von 1 (= schlechte Betreuung) bis 10 (= sehr gute Betreuung) mit 9,4 Punkten. Die psychologische Betreuung und die offene Bauweise des Sitz-MRTs sind als entscheidende Faktoren für das Durchhalten der Patienten bei der Untersuchung zu bewerten. Die Betreuung in einem Sandwich-MRT wurde von den gleichen Befragten mit 4,7, in konventionellen MRTs mit nur 3,1 bewertet. Mehr als ein Drittel dieser befragten Angstpatienten (39 Prozent) brachen eine Untersuchung in einer MRT-Röhre mittendrin ab. Auch in dem sogenannten Sandwich-MRT konnten 16,6 Prozent der Befragten die Untersuchung nicht abschließen, obwohl das Gerät offener gestaltet ist.

Beschleunigte Diagnose für Angstpatienten bei Tumoren

Besondere Bedeutung gewinnt eine Untersuchung im Upright-MRT, wenn Patienten mit Klaustrophobie vorläufige Befunde erhalten haben, die auf eine Tumorerkrankung hindeuten. In einem solchen Fall kann jede Behandlungswoche bedeutsam sein für den weiteren Verlauf der Erkrankung. Patient Henrik B. klagte beispielsweise seit Monaten über Schluckbeschwerden und wies eine einseitige Schwellung am Hals auf. Henrik B. litt unter sehr ausgeprägter Klaustrophobie: Eine Untersuchung im konventionellen Röhrensystem wurde von ihm nicht toleriert. Einen Termin im vollkommen offenen Upright-MRT mit Ausblick aus dem Gerät heraus hat er hingegen angenommen.

Die MRT-Aufnahmen der Halsregion verdeutlichten, dass ein Oropharynxkarzinom (Mundrachenkrebs) der Halsregion rechtsseitig mit Lymphknotenmetastasen vorlag. So konnte der Patient gezielt therapiert werden. Trotz der Schwere der Diagnose zeigte sich Henrik B. zufrieden mit der Betreuung vor, während und nach des Termins in der Radiologenpraxis, da er nun konkrete Therapiemöglichkeiten für seine Gesundung auswählen konnte. Die Upright-MRT Bildgebung hat die Diagnosestellung schließlich ermöglicht.

Der Upright-MRT ermöglicht Untersuchungen im Stehen, Sitzen und in Funktionsstellungen. Die so entstandenen Aufnahmen ermöglichen eine noch präzisere Diagnose und Therapieentscheidung.

Weitere Informationen unter: www.upright-mrt.de

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Quellen:

¹ Deutsche Schmerzliga e. V.
² Katharina Huneck: „Klaustrophobie in der MRT oder die Angst vor der Röhre – Der richtige Umgang mit dem Patienten“- Diplomarbeit an der Akademie für Lehrkräfte im Gesundheitswesen e. V., durchgeführt in der MRT-Praxis Dr. med. Andreas Förg, München.

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