Unentdeckte Chlamydien-Infektion führt häufig zu Unfruchtbarkeit

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Chlamydien gehören zu den am häufigsten sexuell übertragenen Krankheitserregern. Unbehandelt können sie bei Frauen – aber auch bei Männern – zu Unfruchtbarkeit führen. Eine Dänische Studie zeigt nun den Zusammenhang zwischen unbehandelter Chlamydien-Infektion und Infertilität. Ergebnis: Die Infektion mit Chlamydien ist eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch bei Frauen, vor allem weil die Geschlechtskrankheit lange Zeit unentdeckt bleibt.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Gründe haben: Eine aktuelle Studie der Danish Chlamydia Study Group, die eine Kohorte von 516.720 Frauen umfasste, fügt nun die Geschlechtskrankheit Chlamydia trachomatis zu den möglichen Ursachen hinzu. „Wir testen seit Jahren im Rahmen der Anamnese routinemäßig auf Chlamydien, nachdem wir einen scheinbaren Zusammenhang bemerkt hatten“, berichtet Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz. „Nun bestätigt eine umfassende Studie unsere Annahme.“

Experten sprechen mittlerweile von einer heimlichen Seuche mit unsichtbarem Risiko. Das liegt vor allem daran, dass eine Infektion mit Chlamydien wenig bis gar keine Symptome zeigt und selbst Frauenärzte diese ohne einen Test nicht erkennen.

Jede zweite Frau mit chronischer Infektion unfruchtbar

Die Bakterien werden beim Geschlechtsverkehr über die Schleimhäute übertragen, sie kommen also bei beiden Geschlechtern vor. Doch bei Frauen können sie Entzündungen der Eileiter hervorrufen, die in weiterer Folge verkleben und somit eine Empfängnis auf natürlichem Wege unmöglich machen.

Eine einmalige Chlamydien-Infektion steigert die Wahrscheinlichkeit einer Infektion des kleinen Beckens – sprich des Uterus, der Eileitern und Ovarien um 30 %. Bei mehrfach oder chronisch infizierten Frauen erhöht sich dieser Prozentsatz um weitere 20 %, so die Studienergebnisse. „Diese Entzündungen sind schwierig zu behandeln und können bleibende Schäden verursachen“, klärt Obruca auf.

Die Komplikationen reichen von Wucherungen an den Eierstöcken, die zu einem kompletten Tubenverschluss führen können, bis zu Eierstock- und Bauchraumschwangerschaften. Sollte es doch zu einer gesunden Schwangerschaft kommen, ist eine hohe Übertragungswahrscheinlichkeit auf das Kind gegeben – die wiederum zu einer chronischen Bindehautentzündung oder atypischen Lungenentzündung führen kann.

Besser gleich vorbeugen als später reparieren

Obruca rät daher, Chlamydien nicht zu unterschätzen: „Zumindest fünf bis zehn Prozent aller sexuell aktiven Frauen haben im Laufe ihres Lebens eine Chlamydien-Infektion. Das besonders Heimtückische ist, dass diese lange scheinbar symptomlos und damit unentdeckt bleibt.“ Zusätzlich können Chlamydien nicht mit einem einfachen Infektionsabstrich diagnostiziert werden – dafür ist eine intrazelluläre Probe nötig, die normalerweise nur auf Verdacht entnommen wird.

Der beste Weg Unfruchtbarkeit durch Chlamydien zu vermeiden ist freilich, sich erst gar nicht zu infizieren. Eine Chlamydieninfektion lässt sich einfach vermeiden – mit einem Kondom. Doch dafür muss bei jungen Frauen zuerst ein Bewusstsein für die Erkrankung geschaffen werden. Laut Deutscher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben nur 51 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer ab 16 Jahren bereits etwas über Chlamydien gehört und wissen, dass es sich dabei um eine sexuell übertragbare Infektion handelt.

„Prävention ist – wie so oft – auch hier die halbe Miete. Insbesondere bei wechselnden Sexualpartnern ist es wichtig sich durch die Verwendung eines Kondoms zu schützen“, so Obruca.

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Quelle:

Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz

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