Vorsorgekoloskopie: Darmkrebs rechtzeitig erkennen

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In Österreich erkranken pro Jahr ca. 5.000 Menschen an Dickdarmkrebs. Damit ist dieser eine der häufigsten Krebsformen. Rund 90 Prozent der Darmkrebs-Erkrankungen könnten durch eine Vorsorgeuntersuchung – der sogenannten Vorsorgekoloskopie – verhindert werden. Bei keiner anderen Krebsart kann durch die Früherkennung so viel erreicht werden, denn Darmkrebs ist im Frühstadium, d.h. wenn der Tumor rechtzeitig entdeckt wird, zu nahezu 100% heilbar. Die regelmäßige Darmspiegelung (Koloskopie) ab dem 50. Lebensjahr ist deshalb von enormer Wichtigkeit. Ängste vor Schmerzen oder sonstigen Unannehmlichkeiten sind übrigens unbegründet – die Untersuchung wird in Österreich nach modernen Standards durchgeführt.

Koloskopie: kein Grund zur Panik

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) dient der Untersuchung des Dickdarmes und des letzten Abschnitts des Dünndarmes. Bei der Untersuchung wird ein flexibler Schlauch (Koloskop), der eine Kamera enthält in den Darm des Patienten eingeführt und auf einem Monitor genau die Schleimhaut des Darmes betrachtet. Polypen können mit dem Koloskop im selben Untersuchungsgang sofort entfernt und zur genauen Analyse des Gewebes in ein histopathologisches Labor geschickt werden.

Moderne Koloskope sind extrem biegsam und sehr dünn, zudem ist es bei jeder Koloskopie möglich, dass Sie eine Spritze bereits zu Beginn der Untersuchung bekommen und die Koloskopie durch diese Sedoanalgesie somit „sanft“ ist.

Vorsorgekoloskopie – Interview mit Dr. Friedrich A. Weiser (Facharzt Chirurgie)

 

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Wir haben Dr. Friedrich A. Weiser (Facharzt Chirurgie) zum Interview gebeten und uns den aktuellel Stand der Darmkrebsvorsorge genauer erklären lassen.

Dr. Weiser: Das Wenige, was wir über die Krankheitsentstehung wissen ist, dass es im Allgemeinen zehn Jahre dauert, bis aus einem zunächst harmlosen Polypen eine Krebsform entsteht. Die Wichtigkeit der Vorsorge kann gar nicht oft genug betont werden, da die meisten Patienten keinerlei Beschwerden wahrnehmen, wenn sich Polypen entwickelt haben. Der Darmkrebs ist die einzige Tumorform überhaupt, wo man die Chancen hat die Entstehung von Frühformen zu verhindern. Wenn ich einen Polypen rechtzeitig entferne, kann sich daraus nichts entwickeln.

Anmerkung: Rund 90 Prozent der Darmkrebsfälle könnten durch eine Vorsorgeuntersuchung verhindert werden. Die regelmäßige Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr, ist deshalb von enormer Wichtigkeit.

Dr. Weiser: Die Wichtigkeit ergibt sich daraus, dass der Erkrankungsgipfel des Darmkrebses im sechsten Lebensjahrzehnt stark zunimmt. Die Intension ist also zehn Jahre vorher zu setzen, um eventuell vorhandene Polypen, die ja sehr oft gar keine Beschwerden machen, rechtzeitig zu entfernen, damit sich später nichts daraus entwickeln kann.

Anmerkung: Dr. Weiser untersucht in seiner Gruppenpraxis in Alterlaa, die sieben Tage die Woche geöffnet und 7000 Patienten pro Jahr hat. Besonderen wert wird auf die sanfte Koloskopie gelegt.

Dr. Weiser: Der Ablauf der Untersuchung funktioniert folgendermaßen: Der Patient bekommt zuerst ein ausführliches Aufklärungsgespräch, wo er die Indikationsuntersuchung über die Möglichkeiten der Narkose, wobei damit gewährleistet ist, dass die Untersuchung völlig schmerzfrei durchgeführt werden kann, bespricht. Er erhält dann in der Ordination die Darmreinigung, um dann zum Termin mit vorgereinigten Darm zu erscheinen. Es wird immer darauf hingewiesen, dass je sauberer der Darm ist, desto genauer die Untersuchung durchgeführt werden kann. Natürlich helfen uns die hochauflösenden Endoskope gar nichts, wenn Stuhlreste im Darm sind. Dann sieht man die Veränderungen nicht. Als nächstes werden die wird der Darum untersucht und eventuelle Polypen gleich abgetragen. Findet sich kein pathologischer Befund, können die Patienten den nächsten Termin in zehn Jahren annehmen. Werden Polypen abgetragen, entscheidet sich nach dem histologischen Befund, wann das nächste Untersuchungsintervall stattzufinden hat.

Anmerkung: Die neue Generation hochauflösender Endoskopiegeräte verspricht neben einer besseren Bildgebung auch eine höhere Sicherheit der Behandlung. Neben der Vorsorge-Koloskopie bietet Dr. Weisers Gruppenpraxis auch weitere Leistungen.

Dr. Weiser: Das Team der Gruppenpraxis besteht aus drei aktiven Chirurgen und wir führen natürlich neben der Endoskopie, die der große Schwerpunkt der Ordination ist, auch sämtliche kleinchirurgischen Eingriffe an Muttermalen, eingewachsenen Zehennägeln, Lipomen oder Fibromen ebenfalls durch.

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