Coronavirus (nCoV) in China: neue SARS Variante ist von Mensch zu Mensch übertragbar

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Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua, teilte die chinesische Gesundheitskommission am Montag 20.1.2020 mit, dass das neuartige Coronavirus (nCoV) hinter der in China kursierenden Lungenkrankheit auch von Mensch zu Mensch übertragen wird. Ein Team des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat mittlerweile ein Nachweisverfahren für das derzeit in China kursierende Coronavirus entwickelt. Inzwischen werden an immer neuen Orten Infektionen mit dem neuen SARS-Virus nachgewiesen.

Nachweisverfahren für Coronavirus

Die WHO hat das Testprotokoll jetzt als bisher ersten diagnostischen Leitfaden veröffentlicht. Verdachtsfälle können nun schnell auf das Virus untersucht werden.

Das Coronavirus, das in der chinesischen Metropole Wuhan aufgetreten ist und schwere Lungenentzündungen hervorgerufen hat, kann nun im Labor nachgewiesen werden. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Campus Charité Mitte, hat im Rahmen ihrer Tätigkeit im DZIF den weltweit ersten Diagnostiktest entwickelt und zur Verfügung gestellt. Die WHO hat das Testprotokoll als ersten Leitfaden für Labore online veröffentlicht. Derzeit führt ein internationales Konsortium eine Einführungserprobung des Tests durch.

„Ich gehe davon aus, dass die breite Verfügbarkeit des Diagnostiktests nun in kurzer Zeit helfen wird, Verdachtsfälle zweifelsfrei aufzuklären und zu bestimmen, ob eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des neuen Virus möglich ist“, erklärt Prof. Drosten. „Damit ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des neuen Virus getan.“

Übertragung von Mensch zu Mensch bei nCoV bestätigt

Mittlerweile hat sich der Verdacht bestätigt, dass sich der neue Erreger nicht nur von Tier zu Mensch, sondern auch von Mensch zu Mensch überträgt. Außerdem wurden Infektionen bei medizinischem Personal bestätigt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte. Für Experten sind diese Übertragungen auf medizinisches Personal ein wichtiger Indikator dafür, wie leicht das Virus übertragen wird.

Dies ist auch eine Erklärung für die schnelle Ausbreitung der Infektionskrankheit. Vorerst sind vier Todesfälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan berichtete. Diese Stadt gilt als Ursprung des Ausbruchs.

Mittlerweile wurden Infektionen mit dem Coronavirus aber an mehreren anderen – weit von einander entfernten Orten – Chinas nachgewiesen. Es gibt auch bestätigte Nachweise bei Menschen in Japan, Südkorea und Thailand – sie alle waren zuvor in Wuhan. Das Londoner Zentrum für die Analyse globaler Viruserkrankungen schätzt die Zahl der Infizierten auf etwa 1.700, China spricht bisher von nur 200 Betroffenen. In Europa wurden bisher keine von Reisenden eingeschleppten Fälle bekannt.

Vorerst keine Reisewarnungen (Stand: 28.1.2020)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach bisher keine Reisewarnung für Touristen aus. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC riet Reisenden nach Wuhan lediglich, Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder mit kranken Personen zu meiden. „Eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch könnte vorkommen.“

Fieberkontrollen an Flughäfen

Nachdem die Übertragung von Mensch zu Mensch nun klar ist, wächst die Nervosität der chinesischen Behörden, denn mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag (25.1.202) wächst die Gefahr einer Übertragung des Virus weiter. Schließlich handelt es sich dabei um die größte jährlichen Völkerwanderung, bei der einige Hundert Millionen Chinesen im ganzen Land unterwegs sind, um ihre Familien zu besuchen.

Auch aus diesem Grund haben sich mehrere Staaten entschlossen Fieberkontrollen an den Flughäfen durchzuführen. Konkret haben asiatische Nachbarstaaten und drei US-Flughäfen wegen der neuen Lungenkrankheit inzwischen Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt. Auch am Flughafen in Rom-Fiumicino werden Verdachtsfälle mittlerweile kontrolliert.

Coronavirus

Eigentlich verursachen Corona-Viren oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen – allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Wie die Krankheit jetzt wurde SARS (engl. Severe Acute Respiratory Syndrome, dt. schweres akutes Atemwegssyndrom) von einem Coronavirus hervorgerufen. Es wurde bestätigt, dass es sich bei dem Erreger um eine Sars-Variante handelt.

Bei der Sars-Pandemie in den Jahren 2002/2003 war der Ausbruch anfangs vertuscht worden, was eine schnelle Reaktion verhindert und die Verbreitung begünstigt hatte. Damals kam es zu einer weltweiten Pandemie mit 8.000 Infizierten, etwa 800 Menschen starben. Diesmal wird die Informationspolitik und das rasche Handeln Chinas internationa positiv gesehen.

Die Einschätzungen hinsichtlich der Gefährlichkeit des aktuellen Erregers sind noch vage: derzeit wird es als weniger gefährlich als der SARS-Erreger eingestuft. Doch wenn das neue Coronavirus – wie damals bei SARS – mutiere und sich dadurch schneller übertrage, könne sich das ändern, so Arnaud Fontanet, Virusexperte am Pasteur-Institut in Paris.

Kein Grund zur Panik in Europa

„Die echte Grippe ist aktuell bei uns viel näher und gefährlicher als das Coronavirus“, so der amtierende Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lobte die chinesischen Aktivitäten seit Ausbruch der Lungenkrankheit. „Wir schätzen, wie ernst China den Ausbruch nimmt, besonders das Engagement der höchsten Führung“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag (28.1.20) in Peking.

Zwar wird erfolgt die Übertragung ähnlich wie bei Grippeinfektionen mittels Tröpfcheninfektion, also Husten, Niesen und beim Sprechen, doch Chinas sehr strikte Isolationspolitik hat dazu geführt, dass die Zahl der Neuerkrnkungen nach einer Woche bereits abebbte. Trotz vereinzelter Fälle von Infizierten, die nach Europa kommen, steht dis in keiner Relation zu den tausenden Influenza-Toten, die aber in der Öffentlichkeit weniger dramatisch wahrgenommen werden.

Zudem ist derzeit zu beobachten, dass das Virus deutlich ungefährlicher ist als SARS oder MERS, da bisher praktisch ausschließlich Menschen mit Vorerkrankungen daran gestorben sind. Die Sterblichkeitsrate liegt jüngsten offizeiellen Zahlen bei maximal drei Prozent (Stand: 28.1.2020).

Mittlerweile ist in Australien auch die Reproduktion des Coronavirus im Labor gelungen. „Das kann dazu beitragen, die globale Ausbreitung der Krankheit zu bekämpfen, da mit dem echten Virus die Möglichkeit vorhanden ist, alle Testmethoden zu validieren, zu verifizieren und ihre Empfindlichkeiten und Besonderheiten zu vergleichen“, so Julian Druce, Leiter des Labors für Virusidentifikation am Peter-Doherty-Institut in Melbourne. Die gezüchtete Virusprobe könne so bei der Entwicklung eines Impfstoffs helfen. Mit der Entwicklung eines potenten Impfstoffs wird allerdings erst 2021 gerechnet.

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Quellen:

WHO-Testprotokoll Coronavirus
Deutsches Gesundheitsportal
APA: Neues Coronavirus: Zahl der Patienten in China gestiegen

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