Dicker Bauch, hohes Darmkrebsrisiko

Darmkrebsrisiko

Dass Bauchumfang und Herzinfarktrisiko korrelieren, ist schon länger bekannt, nun zeigt eine koreanische Studie aber auch, dass größere viszerale Fettdepots im Bauchraum das Darmkrebsrisiko erhöhen können. Diesbezügliche Vermutungen gab es ebenfalls schon länger, doch die neuen Untersuchungen an 336 Studienteilnehmern liefern nun eindeutiges Zahlenmateriel. Fazit: Überschüssiges Fett, das sich im Bauch ablagert, gilt – unabhängig vom Körpergewicht – auch als Risikofaktor für Darmkrebs.

Körpergewicht und BMI sind gängige Parameter, um zu bestimmen, ob eine Person Normalgewicht oder Übergewicht aufweist. Allerdings sagen die beiden Parameter nichts über die Fettverteilung im Körper aus. Die Verteilung des Fettes im Körper spielt aber eine entscheidende Rolle dafür, wie gesundheitsschädlich Übergewicht sein kann. Insbesondere Bauchfett kann gefährlich sein. Allerdings muss auch bei dem Bauchfett bestimmt werden, wo es sich genau befindet – zwischen den Bauchorganen (viszeral) oder unter der Haut (subkutan).

Studie mittels Computertomographie (CT) Messung: Bauchfettverteilung und erhöhtes Darmkrebsrisiko

Forschungsergebnisse konnten zeigen, dass die viszeralen Fettdepots im Bauchraum und um die inneren Organe besonders ungünstig sind, weil sie sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Hingegen stellen subkutane Fettpolster an Hüften, Po und Oberschenkeln weniger Gefahr für die Gesundheit dar.

Mithilfe von bildgebenden Verfahren wird eine genaue Bestimmung der Fettverteilung möglich. Forscher aus Seoul in Südkorea machten sich diese Verfahren zu Nutze und bestimmten die genaue Fettverteilung im Bauchraum von ausgewählten Personen anhand einer Computertomographie. Sie untersuchten dann, ob die Fettverteilung im Bauchraum in einem Zusammenhang mit der Anzahl an entdeckten Adenomen bei einer Darmspiegelung stand. Adenome sind Krebsvorstufen für Darmkrebs. Werden Adenome bei einer Darmspiegelung erkannt, werden sie unmittelbar vom behandelnden Arzt entfernt, um auf diesem Wege der Entstehung einer Darmkrebserkrankung vorzubeugen.

Erhöhtes Darmkrebsrisiko: Die südkoreanischen Forscher untersuchten mit der Darmspiegelung 309 Personen, von denen 38,5 % Adenome im Darm aufwiesen. Die Anzahl an Adenomen stieg, je älter die Personen waren und je höher ihre Blutzuckerkonzentration im Nüchternzustand war. Die Forscher deckten auf, dass der Anteil des viszeralen Fettgewebes und das Verhältnis vom viszeralen zum subkutanen Fettgewebe bei den Personen mit Adenomen größer waren, als bei Personen ohne Adenome (viszerales Fett: 153,3 cm vs. 131,4 cm; Verhältnis von viszeralem zu subkutanem Fett: 1,07 vs. 0,92).

Hoher Bauchumfang als Gefahr für Männer: viszerales Fett beeinflusst Darmkrebsriskio

Durch Analysen, bei denen mehrere Faktoren herausgerechnet wurden, die einen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Fettverteilung und Adenom-Aufkommen haben könnten, änderten sich die Ergebnisse: die Anzahl an Adenomen im Darm stand weiter im Zusammenhang mit dem viszeralen Fett, aber nur bei Männern. Außerdem bestand kein Zusammenhang mehr zwischen dem Adenom-Aufkommen und dem Verhältnis von viszeralem zu subkutanem Fettgewebe und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Das viszerale Fett steht insbesondere bei Männern in einem Zusammenhang mit der Entstehung von Adenomen im Darm, wie diese Studie aufzeigte. Daher könnte es für Männer mit viel Fett zwischen den Bauchorganen besonders wichtig sein, regelmäßig Darmspiegelungen zur Erkennung von Darmkrebsvorstufen durchzuführen.

Männer sollten jedenfalls versuchen ihren Bauchumfang unter 102 Zentimeter zu halten, bei Frauen liegt die Empfehlung bei unter 88 Zentimeter.

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Quellen:

Beilit-Review: Hohes Darmkrebsrisiko bei dickem Bauch
Original-Studie: Abdominal fat distribution & risk of colorectal adenoma (Medicine: September 2017 – Volume 96 – Issue 37 – p e8051)

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