Das Glaukom – schleichende Erblindung droht

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Betroffenen des Grünen Stars, die nicht rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, droht die Endstation Erblindung. Das Glaukom, wie der heimtückische Grüne Star in Fachkreisen genannt wird, ist eine Erkrankung des Sehnervs, die schleichend und ohne spürbare Anzeichen verläuft – daher wird sie oft erst spät erkannt. Meist ist der Sehnerv dann bereits irreparabel geschädigt. Das Glaukom kann jeden treffen und mehr als 50% aller Betroffenen wissen nicht, dass sie an dieser Erkrankung leiden.

Das heimtückische am Grünen Star ist, dass er anfangs symptomfrei verläuft und daher meist lange unbemerkt bleiben kann. Unentdeckt führt diese Erkrankung des Auges schmerzfrei und langsam zur völligen und irreversiblen Erblindung. „Der Grüne Star ist eine Sehnervenerkrankung, die meist mit erhöhtem Augendruck einhergeht. Die Gefährlichkeit des Grünen Stars besteht darin, dass er in den ersten Jahren meist keine Beschwerden macht“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Thomas Michael Radda, Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Auch die Sehschärfe ist lange Zeit nicht beeinträchtigt, während jedoch bereits die Nervenfasern der Netzhaut und des Sehnerven zerstört werden. So kommt es zu sich langsam vergrößernden Gesichtsfeldausfällen – wenn diese das zentrale Gesichtsfeld erreichen, bemerken die meisten Betroffenen zwar ihre Augenprobleme, allerdings ist das Glaukom dann bereits in einem Stadium, in dem es nicht mehr gestoppt werden kann. „Rund die Hälfte der Betroffenen weiß nicht, dass sie bereits an einer Krankheit leidet, die Stück für Stück ihr Augenlicht zerstört“, bedauert OA Univ.-Prof. Dr. Herbert Reitsamer, Leiter der Glaukomambulanz der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg.

Österreicher wissen zu wenig über das Glaukom

Dass für 97% der Österreicherinnen und Österreicher die Augengesundheit ein kostbares Gut ist, mag wenig überraschen. Eine aktuelle Umfrage von Oekonsult communication & consulting gmbh zeigt allerdings einige sehr interessante Ergebnisse. „Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung des Glaukoms und anderer Augenerkrankungen beim Augenfacharzt halten 93% der Befragten für sich selbst für sinnvoll, dennoch haben nur rund 30% der Bevölkerung innerhalb der letzten drei Jahre einen Augenfacharzt zur Kontrolle aufgesucht“, erklärt Joshi Schillhab, Geschäftsführer von Oekonsult. Zwar gaben knapp 80% der Befragten an, vom Begriff „Glaukom“ bereits gelesen oder gehört zu haben, jedoch kennen nur rund 25% der Befragten den Unterschied zwischen dem Grünen Star (Glaukom) und dem Grauen Star. Bei beiden Erkrankungen kommt es zu einer Sehverschlechterung und beide können unbehandelt zu einer Erblindung führen.

Ursachen, Symptome und Folgen der Erkrankungen sind jedoch sehr unterschiedlich. Beim Grauen Star handelt es sich um eine (altersbedingte) Trübung der Augenlinse, die schlussendlich nur durch eine Operation geheilt werden kann. Schädigungen durch den Grünen Star sind hingegen nicht mehr reversibel, es lassen sich nur weitere Verschlechterungen aufhalten. „Nur 27% der Befragten wissen, dass der Grüne Star zu einer dauerhaften Erblindung führen kann und 55% meinen fälschlicherweise, dass der Grüne Star bei entsprechender Behandlung heilbar wäre. Wir wollen daher im Rahmen des Weltglaukomtages 2014 auch dazu beitragen, das Wissen der österreichischen Bevölkerung zum Thema Glaukom zu erweitern“, meint Oberarzt Dr. Anton Hommer, Vorstandsmitglied der Europäischen Glaukom Gesellschaft.

Früherkennung ist beim Glaukom ganz wesentlich

Das Glaukom wird fast immer zufällig diagnostiziert, denn Betroffene kommen meist wegen irgendetwas anderem zum Augenarzt. Die Früherkennung ist bei der Behandlung des Glaukoms aber entscheidend, denn je früher die Erkrankung bemerkt wird, desto mehr Sehvermögen kann erhalten werden. Heutzutage kann man das Glaukom dank moderner technischer und therapeutischer Möglichkeiten bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostizieren, dazu wäre es aber notwendig, dass jeder Mensch ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich zur Glaukomkontrolle beim Augenarzt geht. „Es betrübt mich, dass in einem so hoch technisierten und wohlhabenden Land noch immer Menschen am Grünen Star erblinden. Würden alle Patienten ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich den Augenarzt konsultieren, könnte man die Erblindungsrate durch den Grünen Star drastisch reduzieren“, appelliert Radda.

Die allgemeine augenärztliche Untersuchung ist schmerzfrei: „Die drei wichtigsten Untersuchungen bei Glaukom oder Glaukomverdacht sind die Augendruckmessung, die Gesichtsfelduntersuchung und die Untersuchung von Sehnerv und Netzhautnervenfasern“, so Hommer. Eine zuverlässige Diagnose kann aber oft erst durch eine Beobachtung über einen gewissen Zeitraum gestellt werden. Heutzutage gibt es sehr gute diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, um den Grünen Star frühzeitig zu erkennen und wirkungsvoll behandeln zu können. So kann der Krankheitsverlauf gestoppt oder zumindest stark verlangsamt und dadurch das Sehvermögen der Betroffenen möglichst lange erhalten werden. „Die Therapie des Grünen Stars ist eine lebenslange und die Augenheilkunde ist ständig bemüht, die unterschiedlichen Therapieformen zu verbessern und neue anzubieten“, erklärt Reitsamer.

Primäres Ziel der Therapie des Grünen Stars ist die Senkung des Augendrucks. Diese Drucksenkung wird meistens konservativ, d.h. medikamentös mit Augentropfen bewerkstelligt. Diese Lokaltherapie muss von den Betroffenen ein Leben lang konsequent befolgt werden, um wirksam zu sein. Wenn das nicht ausreicht, kann eine Lasertherapie oder eine sogenannte filtrierende Operation erforderlich sein. Ziel ist es in jedem Fall, das Zugrundegehen der Nervenfasern zu verlangsamen bzw. zu verhindern. „Wesentlich bei der konservativen Therapie ist die Compliance des Patienten: Da der Patient keine Beschwerden hat, muss er darauf vertrauen, dass durch die konservative Therapie eine spätere Erblindung verhindert werden kann“, so Radda.

Therapie

Die Behandlung des Glaukoms zielt darauf ab, Schäden am Sehnerven zu verhindern, bzw. ein Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden. Eine Wiederherstellung kaputter Nervenfasern gibt es nicht .Man versucht zunächst mit Augentropfen den Augeninnendruck zu senken. Verschiedene Präparate stehen zur Verfügung.

Regelmäßig Augentropfen

Wichtig ist, dass die Augentropfen regelmäßig nach Anordnung des Arztes angewendet werden, auch wenn man keine „Verbesserung oder Verschlechterung“ der Sehkraft bemerkt. Es geht um das Verhindern weiterer Schäden.

Wann eine Operation?

Ist die medikamentöse Therapie nicht ausreichend oder kann der Patient aus verschiedenen Gründen die Tropftherapie nicht regelmäßig einhalten, kann gemeinsam mit dem behandelnden Arzt über eine Operation nachgedacht werden. Häufige Verfahren sind: Laserbehandlung, die Schaffung eines künstlichen Abflusses und zuletzt die Verödung der Strukturen im Auge, die Flüssigkeit produzieren, mittels Kälte oder Laser.

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3 Gedanken zu „Das Glaukom – schleichende Erblindung droht

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