Können Apps die Ernährung verbessern?

Ernährung & Fitness

Ernährungsapps gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Die meisten bieten zwar ausschließlich Lösungen zum Abnehmen, doch immer mehr Apps verschreiben sich den Grundlagen der Diätetik. Ausgehend von der Zusammensetzung der Nahrung und der Wirkung der einzelnen Nahrungsmittel auf den Stoffwechsel werden so individuelle Ernährungskonzepte erstellt, die eine nachhaltige Verbesserung des Allgemeinbefindens bringen sollen. eine Meta-Studie aus Deutschland bestätigt nun die Wirksamkeit derlei Anwendungen für Smartphone & Co.

Gesundheits-Apps gibt es in Hülle und Fülle. Die Apps zählen Schritte und Kalorien, sie helfen beim Entspannen, geben Tipps für einen guten Schlaf oder vermitteln angeleitete Meditation. Mittlerweile machen sich auch viele Wissenschaftler die Vorteile von Apps zunutze und verwenden diese im Rahmen ihrer Studien, um Menschen zum Beispiel zu einem gesünderen Verhalten zu bewegen.

Studie zur Effektivität App-basierter Ernährungsprogramme

Wissenschaftler aus Konstanz und Potsdam interessierten sich dafür, wie erfolgreich es gelingt, Menschen mithilfe von Apps im Rahmen von Studien dazu zu bringen, sich gesünder zu ernähren. Die Wissenschaftler durchsuchten dazu in verschiedenen Datenbanken nach Studien, die zwischen den Jahren 2006 und 2017 zu diesem Thema veröffentlicht wurden. Sie wählten 41 Studien mit 6348 Teilnehmern aus, die passten und die sie zusammenfassend auswerten konnten.

Besseres Ernährungsverhalten mithilfe von Apps

Durch die Unterstützung in Form einer App besserten die Studienteilnehmer erfolgreich ihr Ernährungsverhalten.

Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Menschen mithilfe von App-basierten Lösungen zu einem gesünderen Ernährungsverhalten motivieren ließen. Dies wirkte sich positiv auf verschiedene Gesundheitsparameter aus. Dazu zählten das Gewicht, der Blutdruck und die Blutfette. Die Wissenschaftler sahen, dass die meisten Studien folgende 4 Vorgehensweisen nutzen, um das Verhalten der Menschen zu ändern. Diese waren:

  • Ziele setzen/planen
  • Rückmeldung /Überwachung
  • Wissen formen
  • soziale Unterstützung

Wie viele dieser 4 Elemente genutzt wurden, spielte keine Rolle dafür, wie erfolgreich sich das Ernährungsverhalten und die Gesundheitsparameter der Menschen verändern ließen.

Die Wissenschaftler resümierten, dass App-basierte Lösungen eine vielversprechende Möglichkeit darstellen, um eine Vielzahl von Menschen zu erreichen und diese dazu zu motivieren, ihr Ernährungsverhalten zu ändern. Durch ein verbessertes Ernährungsverhalten sind auch Verbesserungen von verschiedenen Gesundheitsparametern zu erwarten.

Die beliebtesten Ernährungs-Apps

Anbei eine Auswahl der beliebtesten Apps 2018/19, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

noom

– Trackt das tägliche Essen und die Bewegung, Noom gibt euch Feedback und passt eure Kalorien an,
– Verfügbar für iOS & Android
– Kostenlose Basisversion, Noom Pro 7,99 €, Platinum $39.99
– Community und Coaches sind kostenpflichtig

Yazio

– Kaloriendatenbank mit über 50.000 Lebensmitteln, Food-Tracker
– Verfügbar für iOS & Android
– Kostenlos

Freeletics Nutrition App

– Ernährungs-Coach, Rezepte, personalisierte Diät beim Coach
– Verfügbar für iOS & Android
– Kostenlose Basisversion, In-App-Käufe für den kompletten Coach nötig

Runtastic Balance

– Food-Tracker, Datenbank für Produkte in über 200 Ländern, kostenpflichtige Ernährungspläne
– Verfügbar für iOS & Android
– Kostenlose Basisversion, Premium kostet 9,99 € im Monat, 39,99 € für 6 Monate und 59,99 € im Jahr

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Quellen:

¹ DeutschesGesundheitsPortal.de
² The effectiveness of app-based mobile interventions on nutrition behaviours and nutrition-related health outcomes: A systematic review and meta-analysis. (Villinger K, Wahl DR, Boeing H, Schupp HT, Renner B.; Obes Rev. 2019 Jul 28.) doi: 10.1111/obr.12903

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