Auch Indischer Totimpfstoff BBV152 wirksam gegen Coronainfektionen

Politik & Forschung

Nicht nur die Vakzine von Biontech, Moderna & Co. wirken, auch ein neuer Totimpfstoff aus Indien liefert gute Ergebnisse bei der Wirksamkeit gegen das Coronavirus.

Mit dem indischen Vakzin BBV152 ist nun der zweite sogenannte Totimpfstoff in einer entscheidenden Phase zu einer möglichen Zulassung.

Nachdem der US-Pharmakonzern Novavax für seinen Impfstoff, der auf selbiger Technologie basiert, bereits im November eine Marktzulassung in den USA und in der EU beantragt hat, kommt nun ein weiterer hoffnungsreicher Kandidat.

Wie funktioniert Totimpfstoff gegen Corona?

Totimpfstoffe gelten als Hoffnung in der Corona-Pandemie, weil sie Impfzweifler der mRNA-Impfung überzeugen könnten.

Die Bezeichnung kommt daher, weil bei dieser Art von Impfstoffen (sie werden auch inaktivierte Impfstoffe genannt) abgetötete Krankheitserreger oder auch nur deren Bestandteile enthalten. Diese können sich nicht vermehren und daher auch keine Krankheit verursachen.

Allerdings werden die toten Erreger bzw. Bruchstücke vom Körper als Fremdkörper erkannt. Dadurch soll das körpereigene Abwehrsystem dazu angeregt werden, Antikörper zu produzieren ohne dass die Krankheit tatsächlich ausbricht.

Tatsächlich wird für diese Verteidigungsmaßnahme bei den meisten Totimpfstoffen noch ein Wirkverstärker (Adjuvans) gebraucht, weil die abgetöteten Erreger allein zumeist nicht ausreichen, um eine Immunreaktion auszulösen.

Diese Impftechnologie ist bereits lange bekannt und auch bei vielen Krankheiten bewährt (etwa Influenza, Diphtherie, Hepatitis B, HPV, Polio (Kinderlähmung), Keuchhusten, Tetanus und auch Tollwut).

Verallgemeinernd formuliert, liegt der Vorteil dieser Impfungen gegenüber Lebendimpfstoffen in den geringeren Nebenwirkungen. Außerdem muss üblicherweise auch kein Abstand zu anderen Impfungen eingehalten werden.

Ein Nachteil ist hingegen, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlässt und damit jedenfalls regelmäßig aufgefrischt werden muss.

Vakzin des indischen Herstellers Bharat Biotech macht Hoffnung

Aktuell verläuft die Pandemie in Indien auf niedrigem Niveau, was vermutlich auch auf die dort vorherrschenden klimatischen Bedingungen im November zurückzuführen ist.

Insgesamt verzeichnet Indien mit fast 470.000 Toten seit Pandemiebeginn eine hohe Opferzahl. Zudem weist es eine – im Vergleich mit der EU und USA – relativ geringe Impfquote (55,62% Erstimpfungen, 30,05% vollständig immunisierte; Stand: 24.11.21) auf.

Es ist daher nachvollziehbar, dass eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt große Ambitionen hat, einen wirksamen Impfstoff zum Schutz der Bevölkerung zu entwickeln und sich damit auch aus der Abhängigkeit internationaler Konzerne befreien zu können.

Das Vakzin des indischen Herstellers Bharat Biotech mit der Bezeichnung BBV152 besteht aus einem vollständigen, aber inaktiven Sars-CoV-2-Virus und einem Wirkstoffverstärker, der die antigene Wirkung des Impfstoffs entscheidend anheben soll.

Nun haben indische Forscher eine Zwischenanalyse der klinischen Studie der Phase 3 auf Basis von knapp 26 000 Teilnehmern vorgelegt, die durchaus positiv ausgefallen ist.

Klinische Prüfung des Totimpfstoffs BBV152 gegen SARS-CoV-2 weist gute Ergebnisse auf

Demnach beträgt die Impfwirksamkeit gegen symptomatische Coronavirus-Infektionen 77,8%.

Die Impfung wurde gut vertragen, es konnten in dieser Zwischenanalyse der Phase-3-Studie keine Sicherheitsbedenken festgestellt werden.

Die Phase-3-Studie wurde randomisiert, doppelblind und Placebo-kontrolliert in 25 indischen Kliniken durchgeführt. Ziel der Studie war die Ermittlung der Wirksamkeit, Sicherheit und verlässlicher Wirkung auf das Immunsystem (immunologische Konsistenz) von BBV152.

Erwachsene ab 18 Jahren, die gesund oder in stabilem chronisch erkranktem Zustand waren, aber ohne eine Immunschwäche infolge einer Erkrankung oder Behandlung, wurden zufällig entweder einem Placebo oder dem Impfstoff zugeordnet.

Zwei intramuskuläre Injektionen von Vakzin oder Placebo wurden jeweils im 4-wöchigen Abstand gegeben. Ob der Impfstoff wirkte, wurde anhand PCR-bestätigter Infektionen mindestens 14 Tage nach der zweiten Dosis ermittelt. Die aktuellen Daten stellen einen Zwischenbericht der noch laufenden Studie dar.

——-

Quelle:

¹ Efficacy, safety, and lot-to-lot immunogenicity of an inactivated SARS-CoV-2 vaccine (BBV152): interim results of a randomised, double-blind, controlled, phase 3 trial (Ella R.; Reddy S.; et al. in The Lancet 2021)DOI: 10.1016/S0140-6736(21)02000-6]/a>
² Deutsches Gesundheitsportal / HealthCom

Linktipps:



Über Kave Atefie

SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.