Digitale Gesundheitswächter: Wie Smartwatches & Handys über unsere Gesundheit wachen

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Neben den Smartphones entwickeln sich spezielle Uhren immer mehr zu multitaskinfähigen Alleskönnern, die längst nicht mehr nur die Zeit anzeigen. Zumindest wollen es die Entwickler der großen Tech-Konzerne so. Mit der Apple Watch Series 4 bietet dann auch der größte Hersteller viele Neuerungen in diesem Bereich auf, betroffen sind sowohl Hard- als auch Software. Die größte Auffälligkeit, nämlich der elektrische Herzfrequenzsensor mit integrierter EKG-App, ist derzeit allerdings nur in den USA erhältlich. Das wiederum freut europäische Entwickler, die ihre Smartphone-Apps unter das Volk bringen wollen. Doch was taugen diese Diagnosetools wirklich?

Smartphones, Fitness-Watches und andere Gadgets sollen die digitale Gesundheitswächter der Zukunft sein, dies ist das erklärte Ziel zahlreicher Hersteller, die in diesem Segment enormes Absatzpotenzial wittern. Und die steigenden Verkaufszahlen dürften den IT-Unternehmen recht geben. Immer mehr Menschen wollen schnell und unkompliziert auf ihre Vitalparameter zurückgreifen und wollen im Falle des Falles auch schnell über eine Erstdiagnose verfügen, wenn etwas mit ihrer Gesundheit nicht stimmt.

Gesundheits-Apps & Gadgets: von Information zur Diagnose

Während noch vor kurzer Zeit die pure Aufzeichnung körperlicher Aktivität im Vordergrund stand, gewinnt nun der medizinisch diagnostisceh Aspekt bei den IT-Entwicklungen immer mehr an Bedeutung. Kein Wunder, denn mittels Big Data, also der Verfügbarkeit großer Datenmengen, nimmt auch die Präzession bei Messung, Vergleich und Prognose zu. Die Konsumenten geben ihre höchst persönlichen Gesundheitsdaten in die Hand von Konzernen und erhalten im Gegenzug Geräte, die ihnen maßgeschneiderte Diagnose- und sogar Therapieinformationen liefern. Gläserner Patient? Offenbar kein Thema bei den Konsumenten.

Mit dem elektrischen Herzfrequenzsensor und der EKG-App etabliert Apple die Apple Watch endgültig als Medizinprodukt und schlägt damit ein neues Kapitel auf.

Handys und Smartwatches als EKG Geräte?

EEKG sind nicht gleich EKG. Apples kürzlich vorgestelltes 1-Kanal-Elektrokardiogramm (EKG) auf seiner Series 4 Apple Watch ist ein großer Fortschritt bei der Überprüfung der Herzaktivität jenseits eines Pulsmessers. Es bietet die Möglichkeit, potentielle Arrhythmien zu erkennen.

Die Apple Watch Series 4 ermöglicht es Kunden mit der neuen EKG App direkt am Handgelenk ein EKG zu schreiben. Die App nutzt die Vorteile der in der Digital Crown eingebauten Elektroden und des neuen elektrischen Herzfrequenzsensors im Hintergrund. In der App berühren die Benutzer die Digital Crown und erhalten nach 30 Sekunden eine Herzrhythmusinformation. Sie kann klassifizieren, ob das Herz in einem normalen Muster schlägt oder ob es Anzeichen von Vorhofflimmern (AFib) gibt, einem Herzzustand, der zu größeren gesundheitlichen Komplikationen führen kann. Alle Aufzeichnungen, die dazugehörigen Klassifizierungen und die festgestellten Symptome werden in der Health App in einem PDF gespeichert, das mit Ärzten geteilt werden kann.

1-Kanal-EKG-Technologie ist eine gute Screening-Methode, um auf Probleme mit dem Herzrhythmus hinzuweisen; es erzeugt jedoch nicht genügend Daten für eine vollständige Diagnose des Herzens. Ein Ersatz für ein echtes EKG mit mehreren Elektroden bietet die EKG-App daher nicht. Es kann keine Aussage zur Herzbeschaffenheit oder Sauerstoffunterversorgung getroffen werden. Für eine notfallmäßige Analyse werden mindestens drei Elektroden benötigt. Ein Ruhe-EKG erfordert sogar zehn Elektroden.

Um einem Patienten eine schlüssige Diagnose zu geben und eine gezielte Therapie einzuleiten, benötigt ein Kardiologe umfangreichere EKG-Daten als nur ein 1-Kanal-Screening-Tool. Prof. Gregory Marcus von der University of California San Francisco rät in Tom’s Guide: „Es wird sehr nützlich sein, zu screenen, aber die Diagnose muss noch mit einem konventionellen EKG bestätigt werden.“

Smartphone wird zu mobilem EKG

Die deutsche Firma Personal MedSystems hat mit der Entwicklung von CardioSecur diese Lücke geschlossen. Eine App, ein Kabel mit 4 Elektroden und ein Smartphone reichen um ein sofortiges Feedback über den Herzzustand zu erhalten.

CardioSecur Active ist ein innovatives 15-Kanal EKG in klinischer Qualität für die private Nutzung. In nur 30 Sekunden erzeugt es ein individualisiertes Feedback über Veränderungen der Herzgesundheit und gibt eine einfache Handlungsempfehlung, ob ein Arzt aufzusuchen ist oder nicht. Das gesamte System besteht aus einem 50-Gramm-leichten Kabel mit vier Elektroden, der kostenlosen CardioSecur Active App und dem Smartphone oder Tablet des Nutzers.

Das App-basierte 15-Kanal-EKG liefert dabei eine Komplett-Analyse (inkl. Herzinfarkt, Vorhofflimmern). Die Benutzer können so ihr Herzrisiko mit zunehmendem Alter oder wegen einer familiären Vorbelastung im Blick behalten. Sie können außerdem Herzrhythmusstörungen und erneute Symptome nach einer Rhythmusbehandlung erkennen und einen Schlaganfall vermeiden. Und ein direktes Feedback in der App – ob medizinische Hilfe benötigt wird – soll dem Nutzer jederzeit und überall zusätzliche Klarheit und Sicherheit bieten.

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Quellen:

CardioSecur
Apple Watch Series 4

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Über Kave Atefie

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